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Neues vom Kosovo-Projekt

Bericht in den HEP-Informationen 1/07

Samstag Abend unterwegs in der Region Gjakova sah ich in der Dämmerung rechts der Straße ein zweieinhalb meterhohes beleuchtetes Kreuz, daneben eine hausgroße Grasshütte errichtet, darin Grippenfiguren und einige Jugendliche standen außerhalb zusammen, bewacht von einer Polizeistreife gegenüber, …und es gibt ihn, den Advent in Kosova. So beginnt Theresia Habermann ihren Bericht über ihren Einsatz in Kosova im Dezember 2006.
Es gibt also immer wieder interessante Begebenheiten und Begegnungen in diesem so ganz anders gearteten, manchmal auch fragwürdigen und uns manchmal auch unbegreiflichen Lebens im Kosovo. Aber immer wichtig und den Einsatz lohnend für die dort lebenden Menschen, nicht zuletzt den uns anvertrauten Menschen.
Bereits im letzten Bericht (Heft 2/06) wies ich auf die Ziele zur möglichen Eigenständigkeit in Zukunft für dieses Projekt hin. Inzwischen ist doch bereits wieder einige Zeit vergangen und die Lage für dieses Projekt hat sich von der Struktur her nicht geändert. Dennoch gehen von allen direkt Beteiligten die Bemühungen weiter, möglichst vor Ort eine Übernahme des Projektes zu ermöglichen.
Das ist für die Zukunft sehr wichtig, da die Möglichkeiten der Unterstützung von außerhalb nicht besser werden. Allerdings ist dieses Vorhaben mit großen Mühen und teilweise mit einer Änderung der Herangehensweise der kosovarischen Mitarbeiter vor Ort verbunden. Da die finanziellen Ressourcen vor Ort äußerst bescheiden sind und diese Lage auch sehr von den politischen Entwicklungen (Anerkennung – Selbstständigkeit – wirtschaftliche Investitionen?) abhängt, steht und fällt (hoffentlich nicht!!!) diese Arbeit auch derzeit noch von der Unterstützung aus dem Ausland. Da die finanzielle Situation unserer Hilfsorganisationen (HCAT-Deutschland und MNA-Schweiz) derzeit äußerst angespannt ist, mussten die Gehälter für dieses Jahr bereits um 50 % gekürzt werden! Das war leider nötig, um eine kurzfristiges Auslaufen des Projektes und der damit verbunden Arbeitslosigkeit unserer Mitarbeiter zu verhindern.

Um so mehr freut es mich, dass der Bundesverband auf seiner letzen Bundeskonferenz am 28.1.2007 beschlossen hat, diese Arbeit mit 1000 Euro zu unterstützen. Dafür  möchte ich mich im Namen aller an diesem Projekt Beteiligten und nicht zuletzt der Menschen vor Ort im Kosovo ganz herzlich bedanken und wahrhaft „Tausend Dank“ sagen! Das Geld wird umgehend und direkt vor Ort eingesetzt.
Wenn Sie für die Zukunft Möglichkeiten der Unterstützung haben, lassen Sie mich es wissen.
Jeder Beitrag hilft, ob einzeln oder auch in Form von Patenschaften (s. vorangegangene Berichte).
Es gibt inzwischen etwas genauere Kontakte zur Entstehung einer privaten Einrichtung die vom Inhalt und von den Strukturen her bereit ist, das Behindertenprojekt mit zu integrieren.
Dazu sind aber noch viele Unterstützungen finanzieller, materieller und personeller Art notwendig. Nach unseren Möglichkeiten wollen wir das gern mit tun und hoffen und wünschen sehr das in Zukunft gelingen wird.
Die inhaltliche und strukturelle Begleitung, sowie weitere Anleitung und Weiterbildung unserer kosovarischen Mitarbeiter ist dabei ebenso wichtig. Deshalb sind Einsätze vor Ort äußerst wichtig und hilfreich. Theresia Habermann war dazu im Dezember 2006 zum wiederholten Male vor Ort in Malisheva (siehe oben) und hat sich bemüht, die Mitarbeiter in ihren Bemühungen zu unterstützen und die Kontakte zu wichtige Personen und Einrichtungen (z.B. Kommune) zu intensivieren. Außerdem ist so ein Einsatz auch immer wichtig zum Austausch und gegenseitiger Motivation und Bereicherung. Auch ich werde mich bemühen, in absehbarer Zeit wieder vor Ort zu sein um die vielen anstehenden Fragen und Aufgaben mit aufzunehmen und die kosovarischen Mitarbeiter zu unterstützen in ihren weiterem Bemühungen.
Gern berichte ich im nächsten Heft wieder über diesen so wichtigen Dienst in der Hoffnung weitere Unterstützer zu finden und Ihnen einen kleinen Einblick und über die Bedeutung dieses Projektes zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Tittel

Kosovo-Projekt – Noch offene Fragen...

Bericht in den HEP-Informationen 4/07
Bereits in den letzten Berichten (Heft 2/06 und 1/07) wies ich auf die Ziele zur möglichen Eigenständigkeit in Zukunft für dieses Projekt hin.
Inzwischen hat sich einiges getan. Die Kontakte und die Situation sind konkreter geworden. Ein privater Unternehmer baut ein Therapiezentrum auf, welches vom baulichen her fast fertig ist. In diesem Gebäude soll unser Verein vor Ort (MedNa) integriert werden und darin Räume beziehen. Darüber soll die Behindertenarbeit möglichst in der gleichen Form wie bisher, also über Besuche in den Familien (ambulant) weitergeführt werden. Wir sind sehr froh darüber, dass es jetzt diese Möglichkeit gibt und die kosovarischen Mitarbeiter dem Ziel der Eigenverantwortung wieder einen kleinen Schritt näher kommen.
Allerdings bedeutet das nicht, dass damit alle Fragen geklärt wären. Es ist vorgesehen, dass der private Träger vor Ort („Specialistika“) ab Januar 2008 einen kleinen Teil der Kosten mitträgt. Wir hoffen sehr, dass diese Übernahme gelingen wird! Wir wollen und müssen darüber hinaus weiterhin für einen Großteil der Finanzierung Sorge tragen. Neben den Gehältern ist die Bereitstellung eines Fahrzeugs sehr entscheidend. Damit gibt es gerade aktuell wieder große Probleme. Reparaturen stehen an, die durchgeführt und finanziert werden müssen, weil in dieser Zeit das Programm der Betreuung und Förderung der behinderten Menschen nicht in der notwendigen Art und Weise durchgeführt werden kann!
Die Unterstützervereine in Deutschland und der Schweiz mühen sich nach wie vor im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen und vor allem die Finanzierung sicher zustellen. Das gelingt aber weiterhin nur durch das Sammeln von Spenden. Deshalb sind wir auch sehr froh und dankbar darüber, dass uns die KFOR sehr zur Seite steht.
Darüber konnte im Frühjahr bereits einmal der Jeep repariert werden. Wir hoffen dass es auch diesmal gelingt! Da dieses Fahrzeug in die Jahre gekommen ist, müssen wir nach einem neuwertigen, geländegängigen Fahrzeug Ausschau halten!!!
Gern berichte ich im nächsten Heft wieder über diesen so wichtigen Dienst in der Hoffnung, weitere Unterstützer zu finden und Ihnen einen kleinen Einblick über die Entwicklungen dieses Projektes zu geben.


Mit freundlichen Grüßen
Johannes Tittel