Kosovo-Projekt wird kosovarischer!
Bericht in den HEP-Informationen 1/10
Eigenständigkeit erwünscht / Sponsoren für das Kosovo-Projekt gesucht
Bereits in den letzten Berichten beschrieb ich die Ziele zur möglichen Eigenständigkeit in Zukunft für dieses Projekt.
Die einheimischen Mitarbeiter bemühen sich nach ihren Möglichkeiten die Arbeit vor Ort stärker selbständig durchzuführen.
Aufgrund von familieren Situationen sind die Mitarbeiter z. Zt. nur jeweils im begrenzten Umfang verfügbar. Dabei ist die
Konzentration auf die direkte Arbeit mit und am Menschen mit Behinderungen ausgerichtet. Sie bemühen sich weiterhin,
diese Arbeit nach ihren Fähigkeiten so intensiv wie möglich zu tun. Zu den alltäglichen Besuchen mit Förderung und Betreuung kommen nach wie vor auch die Aufgaben zur Dokumentation und die Suche nach einheimischen Sponsoren. Auch diese Aufgaben sind zeitlich nicht zu unterschätzen. Wie bereits erwähnt, bezieht sich unsere finanzielle Unterstützung voll und ganz auf die direkte Betreuung der behinderten Menschen in den Familien. Das bedeutet, dass pro Besuch und Förderung ein festgelegter Satz von fünf Euro an die kosovarischen Mitarbeiter gezahlt wird. Stellvertretend für die zu betreuenden Personen möchte ich heute Hyra Telakku vorstellen. Hyra wird von Albrim, unserem kosovarischen Mitarbeitern z. Zt. einmal pro Woche besucht. Sie hat erhebliche Bewegungseinschränkungen und spastische Lähmungen, wodurch sie u.a. nicht in der Lage ist, selbst das Haus zu verlassen, bzw. Nahrungsaufnahme und Körperpflege selbst zu übernehmen. Durch eine schwierige familiäre Lage bekommt sie leider auch nicht die entsprechenden täglichen Hilfestellungen. Durch alltägliche regelmäßige Besuche durch einen Mitarbeiter, könnte die notwendige Betreuung und Förderung durchgeführt und somit ihre Lebenssituation deutlich verbessert werden. Es wäre sehr schön, wenn Hyra durch Ihre Hilfe eine regelmäßige und intensive Betreuung und Förderung erhalten kann!
Für Hyra und alle weiteren zu betreuenden Klienten (derzeit 15) benötigen wir die entsprechende finanzielle Unterstützung. Insgesamt bezieht sich die Betreuung der Klienten z. Zt. auf den Hauptort Malisheva. Wir möchten auch wieder die Klienten betreuen, die in vielen unterschiedlichen Dörfern wohnen und dringend auf Hilfe angewiesen sind.
Dazu benötigen wir aber unbedingt einen PKW. Dafür möchten wir nun auch Spenden sammeln, die wir dann konkret zu dieser Anschaffung einsetzen wollen.
Für Ihre Verbundenheit und Ihre Unterstützung sei Ihnen herzlich gedankt!
Mit freundlichen Grüßen aus Zittau
und Malisheva (Kosovo).
Johannes Tittel
HILFE DIE ANKOMMT!
Wir suchen …
ein Fahrzeug für den ambulanten Einsatz (ab Baujahr 2003).
Sie können …
einen Besuch inkl. Förderung eines Menschen mit Behinderung konkret unterstützen – für nur 5 Euro.
Infos:
Johannes Tittel, Tel: 0 35 83 / 70 87 11, E-Mail: kosovo@hep-bundesverband.de
Bankverbindung für Spenden
Volksbank Löbau-Zittau
BLZ: 855 901 00 Kontonr.: 451 5831407
Stichwort: "Kosovo
HILFE DIE ANKOMMT!
10 Jahre Kosovo-Projekt – eine Bilanz für die Zukunft!
Hilfe zur Selbsthilfe – Eine gute Idee feiert Geburtstag
Bericht in den HEP-Informationen 3/10
Bereits in den letzten Berichten beschrieb ich die Entwicklung zur Eigenständigkeit für dieses Projekt. Wie hat es angefangen?
„Wir brauchen dringend ein Fahrzeug im Kosovo zur Gewährleistung der notwendigsten Versorgung von behinderten Menschen …“! So war die erste Frage und Aufgabe die an uns von den Mitarbeitern des bereits vor Ort tätigen Hilfsvereins gestellt wurde. Als wir damals im Frühjahr 2001 mit einem Kleinbus ins Zentrum des Kosovo fuhren, durch ein Gebiet das noch extrem gezeichnet war vom Krieg, war in keiner Weise abzusehen, dass auf dieser Grundlage sich tatsächlich ein kleiner, aber tragfähiger Verein für diese Arbeit entwickeln würde.
In den ersten Jahren ging es zunächst vor allem darum die Familien mit ihren behinderten Angehörigen regelmäßig zu besuchen und Ihnen die Dinge zu vermitteln die für uns scheinbar selbstverständlich sind:
– ihr behinderter Angehöriger ist wichtig
– er kann etwas
– mit ihm kann man etwas machen, ihn fördern und weiter entwickeln
– es ist gut wenn er in der Familie Unterstützung erfährt
– die geistige Behinderung kann nicht wegoperiert werden!
Oftmals wurde der Wunsch an uns herangetragen doch den behinderten Angehörigen mit nach Deutschland zu nehmen und ihn dort operieren zu lassen, damit er gesund wird! Da galt es zunächst oftmals lange zuzuhören, zu verstehen und dennoch immer wieder die Realitäten klar und deutlich unter diesen Bedingungen zu vermitteln. Dazu kamen der Aufbau und die Unterstützung der personellen und finanziellen Notwendigkeiten. Das bedeutete, dass besonders in den ersten Jahren eine regelmäßige personelle Präsenz unsererseits vor Ort notwendig war. Durch die Zusammenarbeit mit den Hilfsvereinen HCAT in Deutschland und MNA in der Schweiz konnte dies auch umgesetzt werden. Ebenso die Absicherung der finanziellen Basis war und ist bis heute ein notwendiges Fundament.
Damit diese Arbeit bis heute so durchgeführt werden kann, hat auch der Berufsverband auf Bundes- und Landesebene durch finanzielle Unterstützungen einen wesentlichen Beitrag geleistet. Dafür sei an dieser Stelle vor allem im Namen der kosovarischen Familien mit ihren Angehörigen und der Mitarbeiter vor Ort herzlich gedankt! Außerdem war eine wesentliche Hilfe in diesen Zeiten die Zusammenarbeit mit der Kfor, dem ausländischen Militär vor Ort. Manche Lösungen und Fortschritte wären wohl nicht gelungen ohne diese verlässliche Hilfe!
Bereits von Anfang an waren folgende wesentliche Ziele und Aufgaben formuliert:
1. Begleitung und Weiterbildung für die kosovarischen Mitarbeiter
2. Finanzielle Absicherung
3. Auf Dauer angelegte Begleitung und Förderung der behinderten Angehörigen
4. Schrittweise Übergabe der Verantwortung an die kosovarischen Mitarbeiter
5. Rückzug unserer Unterstützung und vollständige Übergabe des Projektes
Wie bereits erwähnt, war die Weiterbildung ein zentrales Thema. Dies war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Eigenverantwortlichkeit übernommen werden konnte und wir auch verantwortlich zumindest personell nicht mehr so stark vor Ort gefordert sind.
Es hat sich neben der Verfolgung der aufgestellten Ziele und Umsetzung der entsprechenden Aufgaben gezeigt, dass es von enormer Bedeutung war ist, die kulturellen Hintergründe und Vorstellungen der kosovarischen Menschen kennen zu lernen, zu respektieren und in vielen Fällen zu akzeptieren. Nur so konnte sich eine gute Zusammenarbeit über Jahre, Entfernungen und unterschiedliche Gesellschaften und Kulturen kontinuierlich entwickeln. Um unsere Vorstellungen und Hintergründe mit einbringen zu können, war es immer wichtig, unsere Möglichkeiten und Grenzen offen und plausibel darzustellen. Dazu gehörten auch, einige Besuche der kosovarischen Mitarbeiter in Deutschland, wo sie die Möglichkeit hatten, an den Sitzungen des HCAT-Hilfsvereins direkt teilzunehmen und auch für einige Tage in einer Behinderteneinrichtung in Deutschland zu arbeiten.
Dadurch wurde auch ein intensiver Austausch über die Arbeit und die Möglichkeiten gefördert. Die kosovarischen Kollegen konnten somit immer mehr die Situation der behinderten Menschen kennenlernen und darauf aufbauend eigene kleine Konzepte zur Betreuung für einheimische Situatuion entwickeln.
Seit ca.vier Jahren nun gibt es en Malisheva einen eigenen Verein (MedNa). Auch die Entwicklung dieses Vereins ist mühsam, erfordert Konsequenz, Beharrlichkeit und Ideen. Es wird sicher nach wie vor Zeit brauchen, damit auch unter schwierigen Verhältnissen ausschließlich durch diesen Verein alles getragen und abgesichert werden kann, was für die Arbeit am behinderten Menschen in dieser Region wichtig ist.
Aber die kosovarischen Kollegen haben die Möglichkeit es selbst zu gestalten und zu entwickeln. Auch wenn wir sicher nach unseren Vorstellungen Einiges anders machen würden, es ist ihr Leben und ihre Verantwortung. Wir dürfen es Ihnen zutrauen!
Wenn wir auch nicht mehr so aktiv eingreifen müssen, können und wollen, bleibt es weiterhin eine wichtige Aufgabe diesen Dienst am behinderten Menschen nach unseren Möglichkeiten zu unterstützen! Es lohnt sich auch für die Zukunft!
Vielen Dank! Und herzliche Grüße aus
Malisheva und Zittau
Albrim Kastrati und Johannes Tittel
Spenden für Kosovo
Kosovo-Projekt - Hilfe die ankommt
4000,- EURO für Menschen mit Behinderungen / Dank an alle Spender
Wie Sie bereits erfahren haben, feierte das Kosovo-Projekt sein zehnjähriges Bestehen. Auch auf diesem Wege soll nochmal gratuliert werden. In diesem Jahr wurde eine ganz besondere Idee umgesetzt. In der diesjährigen Fachtagungsmappe konnten wir viele verschiedene Verlage und ihre Produkte präsentieren. Sie alle haben
etwas gemeinsam, sie vertreiben Bücher die speziell auf die Heilerziehungspflege abgestimmt sind. Für die Einlage der Flyer erbaten wir eine Spende für das Kosovo-Projekt, die Bereitschaft war überwältigend.
Neben den Verlagen spendeten auch Landesverbände, Firmen und Besucher unseres Messestandes auf der REHACARE in Düsseldorf sowie die Teilnehmer von Fachtagungen in Thüringen und Berlin.
Es ist eine unglaubliche Summe zusammen gekommen, David Schmidt konnte einen Scheck in Höhe von 4.000,- EURO an den Verantwortlichen Johannes Tittel am dritten Tag der bundesweiten Fachtagung überreichen.
DANKE!!!
Im wahrsten Sinne des Wortes – tausend Dank!
Für die enorm große Spende die mir für das Kosovo-Projekt zur Fachtagung am 27.Oktober 2010 in Berlin überreicht wurde und für alle anderen Spenden möchte ich mich im Namen auch meiner kosovarischen Kollegen ganz herzlich bedanken!
Diese große Unterstützung wird dazu beitragen, dass das Projekt für längere Zeit weiter durchgeführt werden kann und somit viele Besuche der Menschen mit Behinderungen im häuslichen Bereich möglich sind.
Johannes Tittel
Den Spendern, vielen Dank:
Cornelsen Verlag / Bildungsverlag 1 / Lambertus Verlag / Neufeld Verlag / Balance Verlag
Schattauer Verlag / Living Puppets
Den Teilnehmern der 7. bundesweiten Fachtagung in Berlin
Teilnehmer der REHACARE / Midras Ramona Krampe / LV Rheinland-Pfalz
LV Baden-Württemberg / LV Bayern
LV Thüringen und den Teilnehmern der Fachtagung in Gera
