Kosovo – die Hilfe geht weiter!
Bericht in den HEP-Informationen 2/03Anfang April war ich nach einem Jahr wieder zu einem kurzen Einsatz im Kosovo.
Das Diakoniewerk Oberlausitz e.V. stellte für die Behindertenarbeit im Kosovo einen dringend gebrauchten Rollstuhlbus zur Verfügung. Mit diesem Bus machte ich mich über die Schweiz, wo Judith Schürmann noch zustieg auf in Richtung Kosovo. Verschiedene, dringend benötigte Hilfsmittel (z. B. Pampers, spez. Aufbaunahrung, u.a.) füllten das Fahrzeug recht gut. Die Reise gestaltete sich etwas komplizierter als erwartet, da die Fahrt durch Serbien gefüllt war mit langen Wartezeiten und einer Unmenge von Formalitäten. Dadurch erreichten wir unser Ziel erst ca. einen Tag später als vorgesehen. Um so größer war die Wiedersehensfreude mit den Mitarbeitern und unseren Vermietern.
Der Rollstuhlbus war für alle interessant und für viele neuartig. Damit wurde eine Grundlage geschaffen, um erstmalig behinderte Menschen für die unterschiedlichsten Zwecke zu transportieren. An erster Stelle sollen hier vor allem Arztfahrten genannt werden. Wir hoffen in Zukunft aber auch den Bus für Besuchs- und kleinere Ausflugsfahrten nutzen zu können. Darüber hinaus konnte ich in den zwei Tagen viele behinderte Menschen wiedersehen und feststellen, dass sie nach einem Jahr einiges gelernt, geübt und sich auch weiterentwickelt hatten.
Vor allem in den Bereichen Wahrnehmung und Kommunikation sind Fortschritte erkennbar. Darüber hinaus sind auch die Angehörigen, bei denen die geistig behinderten Menschen nach wie vor wohnen, sowohl gegenüber ihren behinderten Mitmenschen als auch zu den Mitarbeitern offener geworden. Das bedeutet z.T. auch, dass sie jetzt bestimmten Aufgaben oder Fördermöglichkeiten eher sehen und annehmen als bisher.
Das hat vor allem mit der kontinuierlichen Arbeit der kosovarischen Mitarbeiterinnen zu tun, die mit großem Interesse und viel Engagement die besprochenen Programme, Fördermöglichkeiten und Hilfsleistungen umsetzen. Außerdem konnte ich feststellen, dass die Bemühungen in der Behindertenhilfe allgemein in die Breite gehen, wobei nach wie vor die Unterschiede zwischen den verschiedenen Behinderungsarten nicht so differenziert und zielgerichtet gesehen werden. Dort bedarf es weiterhin konkreter und umfassender fachlicher Anleitung.
Als Hilfsleistungen sind nach wie vor die finanzielle Unterstützung unseres Hilfsvereines dringend notwendig um die kosovarische Mitarbeiterinnen bezahlen und weiterbilden zu können.
Nur mit dieser Unterstützung kann diese Arbeit weiter erfolgreich durchgeführt werden! Für die bisherige Unterstützung seitens des Berufsverbandes soll ausdrücklich gedankt werden!
Wir bemühen uns auch weiterhin, diese Arbeit aktiv in den verschiedensten Formen zu unterstützen. Herzlichen Dank für Ihr Interesse, Verbundenheit und Hilfe!
Für weitere Spenden für diese so wichtige und zukunftsweisende Arbeit steht hier unsere Bankverbindung.
Im Namen des Landesverbandes Sachsen
Johannes Tittel
Kosovo – die Hilfe kommt an
Bericht in den HEP-Informationen 4/03Ende September habe ich wieder eine Reise mit meiner Kollegin aus der Schweiz, Judith Schürmann, in den Kosovo unter-nommen. Diesmal erreichten wir Kosova über Montenegro und waren erfreut, dass das Leben sich Stück für Stück zu normalisieren beginnt. So ist z. B. die Präsenz des Militärs deutlich eringer geworden und es entsteht wieder ein normales Straßenbild.
In den Tagen unseres Aufenthalts in Kosova gab es eine Menge Gespräche und viel zu organisieren. Auch Besuche bei den Menschen mit geistiger Behinderung im Rahmen ihrer Familien stand wieder auf dem Programm. Dort konnte ich einige wieder sehen, die ich zuletzt Anfang April betreut hatte. Dabei konnte ich feststellen, dass erkennbare Fortschritte im Rahmen der Betreuung und Förderung erreicht wurden. So ist z. B. Shkelzen jetzt viel offener und zugänglicher, hantiert mit Spielmaterial und ist insgesamt wesentlich belastbarer geworden. Viele Gespräche und Begegnungen mit den Eltern zeigen, dass es zwar weiterhin viele Probleme (materielle, finanzielle, kulturelle, …) gibt, dass aber die Hilfe wirklich angenommen und eingefordert wird.
Eine dringende ständige Hilfe wird auch nach wie vor im Bereich der Pflege benötigt. Viele der zu Betreuenden müssen von ihrer Familie gewindelt werden. Dafür sind aber oft nicht ausreichend Materialien in Form von Wegwerfwindeln vorhanden, weil sie es sich in keiner Weise finanziell leisten können. Auch dafür benötigen wir Unterstützung.
Die kosovarischen Mitarbeiter vor Ort führen die Betreuung innerhalb des ambulanten Pflegedienstes weiter fort, brauchen aber weiterhin fachlich Anleitung. Deshalb soll jetzt ein Weiterbildungsprogramm umgesetzt werden. Dabei werden die Mitarbeiter vor Ort geschult und durch praktische Übungen unterstützt. Ein Teil dieser Weiterbildung soll ein Kurzpraktikum in Deutschland sein, welches Ende November geplant ist. Die Planung dieser Aktivität galt es mit vorzubereiten. Dazu gehört eine Menge an organisatorischen Absprachen. Immer wieder haben wir die Gastfreund-schaft „unserer Familie“ Hoti erlebt, in deren Haus wir wohnten. Dort konnten wir feststellen, dass mit finanzieller Unterstützung aus der Schweiz jetzt der erste Teil eines neuen Rinderstalls entstanden ist. Auch das gibt etwas Hoffnung!
Der zweite Teil unserer Reise führte uns diesmal nach Albanien, nach Tirana. Dort haben wir (Judith, Albrim und ich) eine Einrichtung für Kinder mit Behinderungen kennen gelernt. Wir haben erste Kontakte geknüpft, um möglichst gemeinsame Strukturen im Rahmen von Weiterbildungen und sonstiger Zusammenarbeit aufbauen zu können. In dieser Einrichtung finden schon einige Weiterbildungsveranstaltungen (z.B. auf dem Gebiet der Ergotherapie) statt. Die MitarbeiterInnen sind interessiert und der Besuch hat beiderseits wichtige Erfahrungen gebracht. Wir hoffen, dass wir die Zusammenarbeit voranbringen können. Insgesamt kann ich sagen, die Reise hat sich sehr gelohnt. Viele Erfahrungen und Eindrücke nahmen wir mit nach Hause, die in dem Ergebnis münden: Die Hilfe lohnt sich!
Deshalb bitte ich hier erneut vor allem um finanzielle Unterstützung für diese Arbeit, um die vielen Aufgaben bewältigen zu können. Wer helfen möchte, kann sich gern bei mir melden – oder eine Spende direkt auf unser Konto überweisen. Auch sogenannte „kleine“ Spenden helfen.
Herzliche Grüße
Johannes Tittel
